Sonntag, 3. Februar 2013

Anonymous legt erneut Gema-Website lahm


Das Hackerkollektiv Anonymous legte erneut die Website der GEMA lahm, wie ein auf Facebook gepostetes Bild beweist. Wenn man die Seite aufruft, wird diese (sofern überhaupt eine Verbindung aufgebaut werden kann) mit folgendem Banner überdeckt:


Der Grund für den Angriff sind wahrscheinlich die laufenden Uneinigkeiten zuwischen zwischen der GEMA und YouTube. Mitte Januar hatte die GEMA eine Unterlassungsklage gegen YouTube eingereicht. Die derzeitigen Sperrtafeln für geschützte Videos auf Youtube "
erwecke den Eindruck, dass die GEMA die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere", so GEMA-Vorsitzender Harald Heker. Die GEMA forderte eine Vergütung von 0,375 Cent pro geschütztes Video, für Youtube undenkbar. "Wir wollen eine prozentuale Summe, sonst müssten wir alle unwirtschaftlichen Videos von der Plattform verbannen", so YouTube.
Immerhin hat es YouTube in 45 Ländern geschafft, sich mit den Verwertungsgesellschaften zu einigen, nur in Deutschland sei eine Zusammenarbeit "durch die Entscheidungen der GEMA verwehrt" worden.

Aber warum gibt es überhaupt Uneinigkeiten zwischen der GEMA und Youtube?
 
Die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, ist für die Musikurheberrechte in Deutschland zuständig. D.h. die GEMA schützt die Rechte der Künstler,  man braucht also z.B. als Veranstalter eine Konzertgenehmigung von der GEMA. Die Einnahmen der GEMA gehen nach Abzug von Verwaltungskosten an die Musiker. Allerdings ist ein Musikstück nur solange geschützt, bis dessen Urheber 70 Jahre tot ist, danach ist es urheberrechtsfrei.

Seit 2009 der Vertrag zwischen YouTube und der GEMA auslief, wird über einen neuen verhandelt. Die GEMA hatte YouTube wegen ursprünglich 12 Musikvideos verklagt, für die Gebühren bezahlt werden sollten. Doch YouTube wollte kein Geld zahlen, das Internet und die Plattform YouTube wurde ja schließlich zur freien und kostenlosen Verwendung erfunden. Dies war der Anfang des Streits, und solange keine Einigung erzielt wird, kann man mit einer deutschen IP-Adresse keine Musikvideos mehr auf YouTube schauen.

Aber viele meinen, die GEMA gehe zu weit. Dies könne man z.B. an einem Schreiben an Kindergärten sehen, indem die Zahlung eines jährlichen Betrags und die Aufstellung einer Liste aller verwendeten Lieder gefordert wurden, damit die Kinder von Notenkopien singen dürfen. Oder auch an dem Konflikt mit YouTube.
  
Aber bei der ganzen Kritik darf man nicht aus den Augen verlieren, dass die GEMA auch zahlreiche Vorteile für die Urheber der Musik und Liedtexte bringt: Diese müssen ihre Rechte nicht alleine einfordern und das Geld für Konzerte oder andere Aufführungen ihrer Musik eintreiben, dies nimmt ihnen die GEMA ab. Ohne die GEMA wären unbekanntere Künstler pleite, denn für Einzelpersonen ist das oft viel zu aufwendig.
   
Fest steht, dass solange keine Einigung zwischen Youtube und GEMA erziehlt wird, wir in Deutschland keine geschützten Musikvideos auf YouTube gucken werden können, und solange werden auch die Anschuldigungen und Angriffe gegenüber der GEMA weitergehen.

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