Donnerstag, 31. Januar 2013

Blackberry 10 und die neuen Smartphoenes

RIM (Research in Motion) kämpft ums überleben. Nachdem sich der Anteil von Blackberrys am Smartphonemarkt mit 4,6 Prozent mahr als halbiert hat, sollen ein Imagewechsel den Konzern retten: RIM will für Privatkunden attraktiver werden, und hat sich in Blackberry umbenannt. Einläuten sollen diesen Wandel die mit dem neuen OS Blackberry 10 ausgestatteten Smartphones Z10 und Q10.

Der 30. Januar 2013 ist laut Blackberry der Beginn einer neuen Ära. Vor iPhone & Co war lange Zeit das Blackberry das Statussymbol der Business Class. Dies endete mit der Vorstellung des ersten iPhones und dem darauf folgenden Smartphone-Boom. Der Erfolg von Samsung und Apple war auf Kosten von Blackberry, im letzten Jahr mussten 5000 Mitarbeiter entlassen werden. Aus den einst 50 % Marktanteil wurden 4,6 %. Laut Analysten ist das neue System die letzte Chance für Blackberry den Smartphonemarkt zurückzuerobern.

Das Z10 (Bildquelle: Blackberry)
 Die beiden neuen Geräte klingen vielversprechend und durchaus konkurrenzfähig. Das Z10 hat einen 4,2 Zoll Touchscreen mit einer Auflösung von 1280 x 768 Pixeln (das sind 356 ppi). Die Hardware besteht aus einem 1,5 GHz Dual-Core-Prozessor, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 8MP Kamera. Der Speicher ist 16 Gigabyte groß, kann aber per microSD-Karte erweitert werden. Außerdem verfügt das Z10 über einen LTE-Chip und NFC. Das Gewicht liegt bei 137 Gramm.
Das Z10 wird anfang Februar in Deutschland bei Vodafone verfügbar sein.

Das Q10 behält den von Blackberry gewohnten Look mit physischer Tastatur bei. Das Display verfügt bei einer Größe von 3,1 Zoll über eine Auflösung von 720 x 720 Pixeln. Ansonsten sind die anderen Spezifikationen mit denen des Z10 identisch. Ob das Q10 auch in Deutschland verkauft werden wird, ist noch nicht klar.

Aber das wirklich revolutionäre an den neuen Blackberry-Geräten ist das Betriebssystem Blackberry 10, was mit der Software der alten Geräte fast nichts mehr zu tun hat und sich deutlich von anderen Smartphone-Betriebssystemen unterscheidet.
Blackberry 10 ist auf echtes Multitasking ausgelegt, mehrere Anwendungen werden tatsächlich gleichzeitig ausgeführt. Jede der acht letztgenutzten Apps kann mit einem Wischen in den Vordergrund geholt werden, die anderen laufen parallel weiter und müssen beim Wechsel nicht neugestartet werden. So kann man während man ein Viedo guckt, dieses halb zur Seite wischen und eine gerade eingegangene SMS lesen. Dann kann man das Video wieder loslassen und es rutscht in voller Größe zurück in den Vordergrund.

Mit "Blackberry Balance" will Blackberry seine eher geschäftliche Stammkundschaft zurückgewinnen, die zwischenzeitlich zum Großteil auf Smartphones der Konkurrenz umgestiegen ist. Die Funktion ermöglicht eine klare Trennung von Privatem und Geschäftlichem, mit einer Wischgeste und einem Klick kann der Nutzer zwischen der privaten in der geschäftlichen Ansicht wechseln. So kann der Arbeitgeber die Geschäftsdaten auf dem Handy seines Mitarbeiters kontrollieren ohne dabei private Nachrichten oder Fotos auch nur zu Gesicht zu bekommen.

Viele soziale Dienste wurden tief ins System intergiert, im Blackberry Hub, der mit einem Fingerwisch von links nach rechts geöffnet wird, befinden sich alle eingehenden Nachrichten, egal ob Soziale Netzwerke, E-Mail oder SMS.
Blackberry-Nutzer können auf Facebook-Nachrichten antworten oder neue Freunde bestätigen ohne die App öffnen zu müssen. Zu diesen Diensten gehört auch der Blackberry Messenger, der um eine Videochatfunktion erweitert wurde. Natürlich gibt es auch Alternativen wie Skype, allerdings ermöglicht einem der Messenger auch seinen Screen im Vollbild zu übertragen. So können z.B. Präsentationen vorgeführt werden.

Die Kamera App enthält Bildbearbeitung mit vielen Effekten und Filtern. Mit "Story Maker" kann man aus Fotos, Videos und Musik eine Slideshow erstellen und mit anderen teilen.
Weitere Features sind ein neuer, schnellerer Internet-Browser, eine Navigationssoftware mit Sprachansage und eine intelligente Tastatur. Diese zeigt über jedem Buchstaben beim Antippen einen Vorschlag für das Ganze Wort, der mit einer Daumenbewegung in den Text geschoben werden kann.

Damit Blackberry 10 aber für Privatkunden interessant wird, braucht die Plattform aber viele attraktive Apps. Blackberry hat vorgesorgt und mithilfe mehrere Entwickler-Kampagnen ein gutes Startangebot von derzeit rund 70.000 Apps zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden Verträge mit den Größten Plattenfirmen und Filmstudios geschlossen, um in der Blackberry World Videos und MP3s anbieten zu können.

Laut CEO Thorsten Heins war dies aber erst der Anfang: "Heute haben wir nicht die Ziellinie erreicht, sondern die Startlinie"

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